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In 4 Schritten zum eigenen Smart-Home – Schritt 3.: Ausschreibung/Umsetzung

Even though it’s gonna crumble down
I’ll keep building ‚till you come around
Even though it’s gonna fall apart, break my heart
I’ll keep building ‚till I die

Build A Bridge, Limp Bizkit

Es wird Zeit die entbehrungsreichen, langweiligen Tage der Konzeption und Planung hinter sich zu lassen! Nun gilt es die Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Wie wir das machen (wollen), möchten wir euch hier vorstellen.

Wie immer: Es ist nicht der einzig wahre Weg – es ist lediglich unser Weg. Ihr müsst es nicht genauso machen. Wir machen (evtl.) die Fehler – damit ihr sie nicht machen müsst… 🙂 Lange Rede – gar kein Sinn – jetzt wird in die Hände gespuckt!

Vorab nochmal ein kurzer Rückblick: Nachdem wir nach unserem 4-Schritte-Programm die konkrete Planung (Schritt 2.) erstellt haben, können wir uns an Schritt 3.: Die Ausschreibung/Umsetzung heranwagen:

1. Konzeption

2. Planung

3. Umsetzung

4. Optimierung

  • 1. Schritt – Konzeption:
    Grobe Vorüberlegungen zu den Möglichkeiten der aktuellen Technik und die Art und Weise deren Umsetzung
  • 2. Schritt – Planung:
    Konkrete Ausarbeitung eines Plans zu tatsächlich verwendeten Komponenten
  • 3. Schritt – Ausschreibung / Umsetzung:
    Hinzuziehen eines Experten / Inbetriebnahme der Komponenten
  • 4. Schritt – Weiterentwicklung / Optimierung:
    Stetige Erweiterung des bestehenden Systems sowie die Optimierung der laufenden Bestandteile

Selber machen oder nicht?

Das ist einfach: Möglich ist es wenn man selber Elektrofachkraft ist oder jemanden im Bekannten- bzw. Verwandten-Kreis kennt. Für den Durchschnitts-Bürger kommt die Selbst-Mach-Methode eher nicht in Frage.

Selbst wenn man es schafft, die gesamte Installation in Eigenregie durchzuführen, muss die Anlage final von einem (lizenzierten) Fachmann abgenommen und (beim Netzbetreiber) angemeldet werden. Welcher Elektro-Betrieb wird das wohl machen, ohne hier mit-verdient zu haben? Wird sich jemand finden, der allein die Verantwortung für die Ergebnisse, die er nicht kennt respektive die (sicherheitsrelevante) Umsetzung nicht überschauen kann? Wohl eher nicht…

Mit oder ohne System-Integrator?

Das ist noch einfacher zu beantworten: Immer mit System-Integrator! Ein Systemintegrator kennt sich in diesem Metier bestens aus: Kann wertvolle Tipps und Ratschläge geben und den Elektro-Handwerker mit konkreten Vorgaben unterstützen. Ein guter Integrator führt zunächst ein Beratungsgespräch durch und erstellt eine komplette Ausschreibung nach den Wünschen des Kunden. Damit lassen sich alle Angebote von Elektro-Installationsbetrieben transparent vergleichen!

In der Regel rechnet der Systemintegrator nach HOAI ab – das muss aber nicht sein und ist letztendlich Verhandlungssache.

Alles klar – und wann geht es evtl. auch ohne diesen „Systemintegrator“? Na dann wenn ihr euch bestens mit dem Thema auskennt und euch ein kompetenter Elektro-Meister zur Seite steht! Viele Elektro-Fachbetriebe, die mehrere Jahre Smart-Home-Installations-Erfahrung in der Praxis vorweisen können, stehen einem spezialisierten Systemintegrator selten in etwas nach. Wir werden diesen Weg gehen.

Wie finde/erkenne ich einen guten Umsetzungspartner?

Hier gibt es leider kein Geheim-Rezept. Eine persönliche Empfehlung wäre natürlich optimal. Freundliches Nachfragen in der Community kann hilfreich sein. Bekannte Online-Auftragsplattformen wie MyHammer.de oder Blauarbeit.de listen einige Betriebe inklusive Bewertungen auf. Letztendlich geht nichts über ein persönliches Gespräch vor Ort. Der erste Eindruck ist meist der Richtige – ein guter Partner…:

  • Stellt sinnvolle Fragen und macht Vorschläge basierend auf seiner Erfahrungen.
  • Übt konstruktive Kritik und hinterfragt die Planung des Kunden.
  • Drängt nicht und nimmt sich Zeit.
  • Liefert eine anständige Dokumentation.
  • Kombiniert verschiedene Lieferanten/Hersteller und drängt nicht seinen Vertragszulieferer auf.
  • Hält Termine und Zusagen strikt ein.
  • Bietet kostengünstige Alternativen und Möglichkeiten zur Kosten-Reduktion an.
  • Bietet ggf. Kontakt zu Referenz-Objekten und -Kunden an.

Welche Unterlagen sollte ich mitbringen?

Wir haben folgende Unterlagen dabei:

Auftragsbeschreibung

    DETAILS:
        Bau-Art: Massivbau? Holzständer-Konstruktion?
        Ausführungsort: Adresse
        Ausführungstermin: geschätzter Zeitraum

    GEBÄUDE:
        -Wandaufbau: z.B.: Gasporenbeton außen + Kalksandstein innen)
        -Geschossanzahl: 
        -Deckenart: z.B.: Vollmontage-Decke/ abgehängt
        -Wohnfläche: x m²
        -Installationsgeräteprogramm: z.B.: GIRA
        -Hinweis auf Postitions-Skizze einzelner Anschluss-Punkte

    AUFTRAG:
        -Elektroplanung (Leitungsdimensionierung, Sicherungen, etc.)
        -Hausanschluss & Zählerinstallation
        -Verteilerschrank (liefern & installieren)
        -Kabel und Leitungen (liefern & installieren)
        -Installations-Rohre u. -Dosen (liefern & installieren)
        -ggf. Kabeltrassen und Verlegesysteme (liefern & installieren)
        -Installationsgeräte u. Ausstattung (liefern & installieren)
        -Beschriftung/Dokumentation (Verdrahtungsplan)
        -KNX-Busleitung (liefern & installieren)
        -KNX-Geräte nach Vorgabe-Liste (liefern & installieren)
        
    OPTIONALE POSITIONEN:
    
    POTENTIELLE EIGENLEISTUNGEN:

Raumbuch

Tabellarische Übersicht aller Räume/Lokationen (erstellt in der Planungsphase).

Grundriss-Pläne mit verschiedenen Layern bzw. Leitungspläne

Pläne und Skizzen aus der Planungsphase (Verbraucher, Beleuchtung, Automatisierung (KNX & Co.), 1-Wire, Sonstiges, …). Wenn möglich im DIN-A3-Format.

Küchenplan (soweit vorhanden)

Hilfreich für die Wahl der Leitungsdimensionierung, Sicherungsauslegung, etc…

Geräte-Liste (KNX)

Konkrete Vorgaben zur Lieferung & Installation der Reiheneinbaugeräte, Unterputzgeräte, Taster, Rauchmelder, Präsenzmelder, Sensoren, usw…

Stückliste Anschlüsse/Auslässe

Übersicht aller Anschlüsse und Auslässe (ggf. inklusive Geräte) als kumulierte Gesamtanzahl pro Gruppe.

Tipps:

  • Verkabelung für alle Ausbaustufen beauftragen!
    Nachträglicher Einbau von Leitungen ist oft schwierig bis unmöglich.
  • Hardware kann helfen Leitungsverlegung zu reduzieren (Kosten senken):
    Unterputz-Taster-Interfaces können z.B. individuelle Leitungen zum REG-Binäreingang einsparen.
  • Außenanlagen (z. B. Weglicht), Dach (z. B. Wetterstation), Gartenhaus (z. B. Bewässerung) nicht vergessen!
  • Installationsrohre nutzen! Keine „nackten“ Leitungen im Estrich…
  • Leerrohre nutzen! Vom Technikraum großzügig dimensionierte Leerrohre verlegen lassen.
  • 2x 2-fach Steckdosen sind häufig günstiger als 1x 4-fach Steckdose!
  • ca. 50% freie Kapazität als Reserve im Verteilerschrank vorsehen!
  • KNX-Aussenlinie separieren!
  • Genügend Zeit für die Umsetzung einplanen (ca. 2-3 Wochen Rohinstallation, 1 Woche Endinstallation).

Eigenleistungen?

Teile der Elektroinstallation können in der Regel gefahrlos in Eigenregie ausgeführt werden. Das können allgemeine Bohr-, Fräs- und Stemmarbeiten sein oder sogar die vollständige Verlegung einzelner Leitungen (Netzwerk-, TV-, Sensorleitungen). Auch die Parametrierung der KNX-Geräte kann in Absprache mit eurem Installationspartner als Eigenleistung vereinbart werden.

Wir werden nach heutigem Stand wohl die gesamte Netzwerk-Verkabelung übernehmen. Anschließend berichten wir natürlich darüber – also bleibt dran! 😎

Comments (4)

  1. Faye Freitag, 20UTCFri, 20 Jan 2017 18:19:22 +0000 20. Januar 2017 at 18:19 Antworten

    Guten Tag,
    hi,
    Euer Artikel hat mir sehr geholfen, ich wollte fragen ob Schritt 4 schon fertig ist?
    Ich könnte diesen sehr gebrauchen, ich mache gerade ein Schulprojekt über Hausautomatisierung 🙂
    Würde mich über eine schnelle Antwort freuen.
    Falls Schritt 4 Optimierung fertig ist, könnte ich ihn von euch per mail bekommen?
    danke 🙂

    1. smarthomebau.de Freitag, 20UTCFri, 20 Jan 2017 18:43:50 +0000 20. Januar 2017 at 18:43 Antworten

      Faye, Wir sind mitten in Schritt 3. Schritt 4. wird wahrscheinlich erst zum Ende des Jahres konkret werden. Lässt sich dein Schulprojekt solange hinausschieben…? 😉

  2. Dennis Mittwoch, 26UTCWed, 26 Jul 2017 15:27:14 +0000 26. Juli 2017 at 15:27 Antworten

    Hallo,

    bzgl. Raumbuch habe ich eine Frage.
    Was ist mit der Spalte Start-Lokation gemeint?
    Beispiel Rasenbewässerung -> Links Oben

    Gruß
    Dennis

    1. smarthomebau.de Mittwoch, 26UTCWed, 26 Jul 2017 19:18:03 +0000 26. Juli 2017 at 19:18 Antworten

      Servus Dennis!

      „Start-Lokation“ bezeichnet die Position des Leitungs-Anfangs in einem Raum. Man könnte hier auch mit den Himmelsrichtungen arbeiten. „Links Oben“ wäre dann äquivalent zu Nord-West.https://smarthomebau.de/wp-admin/edit-comments.php#comments-form

      Liebe Grüße!

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