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Schicksalsschlag: Unser Plan zur Notfall-/Nachlass-Vorsorge


Oh, where oh where can my baby be?
The Lord took her away from me
She’s gone to heaven, so I got to be good
So I can see my baby when I leave this world.

(Last Kiss, Pearl Jam)

“Das einzig Gute am eigenen Tod ist es, dass man ihn selbst verpasst.” So zumindest unsere freie Interpretation des alt-griechischen Denkers Epikur zum “schauerlichsten aller Übel”. Leider ist es nur selten der Fall, dass unsere Nächsten unser Ableben auch unbeteiligt verpassen. Für die Hinterbliebenen zieht der endgültige Abschied vom Verstorbenen zwangsweise gravierende Konsequenzen nach sich. Mit diesen Konsequenzen und einem Vorsorge-Plan, mit dem man den Folgen begegnen kann, wollen wir uns heute in kurzer Übersicht befassen.

“THE SHOW MUST GO ON”

Risiko

Nach dem Tod enger Angehöriger muss das Leben der Verbliebenen noch weitergehen. Vorausschauend auf das mögliche (vorzeitige) Ableben einzelner Familien-Mitglieder wollen wir Vorsorge betreiben. Neben dem emotionalen Schlag, den der Tod eines Liebsten mitbringt, gehen häufig plötzlich finanzielle Sorgen, juristische Querelen und allgemeine, organisatorische Hürden einher. Schlagartig ist womöglich nicht nur das regelmäßige Einkommen, sondern auch das persönliche Wissen und das alltägliche Engagement des Verstorbenen nicht mehr frei verfügbar. Dies ist auch bei weniger drastischen (Un-)Fällen, in denen die Person nicht mehr aktiv am Leben teilhaben kann (Koma, Schwere Behinderung, etc.), nicht minder einschneidend.

“Was ist also unser Plan für den Fall der Fälle?”

Vorsorge

Unser primäres Ziel für das “Ausscheiden” einzelner Mitglieder ist möglichst reibungslose Weiterführung der Leben der Verbliebenen. Dazu gehört es unter Anderem bereits vorab alle formalen Regelungen formgerecht zu treffen. Dabei gilt es die finanziellen Auswirkungen mit Vollmachten und Zugriffsrechten abzumildern, die juristischen Fragen (Testament) zu klären und persönliche Wünsche (Verfügungen) zu formulieren.

Unsere Gedanken und Überlegungen zu diesem Thema haben wir im Vorfeld in einer Mindmap zusammen getragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit!):

Konkret erstellen wir eine physische NOTFALL-/NACHLASS-MAPPE, die Anweisungen sowie ggf. erforderliche Dokumente für den konkreten Notfall enthält:

Die Schritte zur Erstellung/Pflege der Mappe im Einzelnen:

  1. Aufstellung: Vermögen + Verpflichtungen/Verbindlichkeiten + Zugänge (inkl. Zuordnung der Personen)
  2. Einrichtung: Gegenseitige Vollmachten + Verfügungen einrichten wo möglich
  3. Dokumentation: Anweisungen für Todesfall einrichten (KeePass-Bedienung, etc.)
  4. Aktualisierung: Dokumentationsmappe turnus-mäßig (jährlich) über Checkliste aktualisieren

Im Not-/Ernstfall gilt es zunächst den Zugang auf individuelle Vermögenswerte im Familienzugriff beizubehalten, evtl. obsolete Verbindlichkeiten abzustoßen bzw. umzulegen. Dies wird bereits im Vorfeld zum Einen mit gegenseitigen Vollmachten (auf Bankkonten, Sparguthaben, etc.) zum Anderen mit einer verschlüsselten Zugangs-Datenbank für Zugangsdaten (Passwörter) auf die digitalen Güter/Einrichtungen, erreicht. Lebzeiten-Vollmachten garantieren den Zugriff auf das Vermögen auch bei o. g. Notfällen und nicht nur im Todesfall.

Die Idee mit der Passwort-Datenbank (KeePass 2) sieht im Detail vor, dass sämtliche Passwörter zu (digitalen) Vermögensgütern und Accounts in der verschlüsselten Datei (digitaler Tresor) abgelegt werden. Diese Datei ist mit einem Master-Kennwort geschützt. Der digitale Tresor wird bei einer (oder mehreren) vertrauenswürdgen Person(-en) (auf USB-Datenträger) hinterlegt. Das dazu passende Master-Kennwort ist allein den betroffenen Familien-Personen bekannt oder kann alternativ SEPARAT(!) bei einer weiteren Vertrauensperson (Eltern, Geschwister, Freunde, usw.) physisch hinterlegt werden. Somit sind die eigentlichen Zugangsdaten vor Diebstahl, (Natur-)Katastrophen oder sonstigen Schäden geschützt.

Konkrete Anweisungen sowie Checklisten in der Mappe erklären den Umgang mit den Zugangsdaten und anderen Feldern mit Regelungsbedarf.

In den Anlagen der Mappe befinden sich ggf. auch persönliche Verfügungen wie:

  • Handschriftlich verfasstes und unterschriebenes Testament (Regelung der Verteilung der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten)
  • Patientenverfügung (Regelung zu medizinischen Fragen)
  • Vorsorgevollmacht (Entscheidungsvollmacht in eingegrenzten Bereichen)
  • Organspende-Verfügung (Regelung zur Spende/Nicht-Spende der Organe)
  • Sorgerechtsverfügung (Regelung zum Sorgerecht minderjähriger Kinder der Verbliebenen)
  • Bestattungsverfügung (Regelung zur Anwendung persönlicher Bestattungs-Vorgaben)

In unserer Mappe befinden sich aktuell:

  • KURZANWEISUNGEN: Was ist wie zu tun?
  • ANLEITUNG KeePass: Bedienung des Programms
  • INFORMATIONEN: (Betriebsvereinbarung rund um den Tod der Mitarbeiter, Individuelles Wissen/Know-How (Dokumentation), Informationen über Backups)
  • SMART-HOME: Übersicht Haustechnik
  • CHECKLISTE: Jährliche Aktualisierung

Die Mappe enthält unter Anderem auch eine Übersicht über die Haustechnik (Smart-Home-Installation). Dazu gehören bei uns eine Hardware-Landschafts-Übersicht, KNX-Geräte-Dokumentation, Verweise auf ETS-Projekte, Daten- und Backup-Angaben. Einen vollständigen und umfassenden Know-How-Transfer kann man hier im Zweifel leider nicht leisten. Die Zusammenstellung soll daher einem (dritten) Fachkundigen ermöglichen die Haustechnik zu pflegen/zu warten.

In unserem Fall sind wir mit den meisten gesetzlichen Regelungen gut bedient, sodass ein Gang zum Notar/Anwalt eigentlich nicht erforderlich ist. Für euch kann es unter Umständen dennoch sinnvoll sein bei komplexen Vermögens- oder Familien-Verhältnissen den juristischen Rat eines Experten wahrzunehmen. Sinnvolle Literatur-Lektüre zu dem Thema Nachlass-Vorsorge, die auch wir konsultiert haben und weiterempfehlen können, findet ihr hier:

Carpe diem.

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