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Anordnung

Taster-Konzept

If you’re ready for me boy
You’d better push the button and let me know
Before I get the wrong idea and go
You’re gonna miss the freak that I control
(Push The Button, Sugababes)

Liebe Freunde des intelligenten Heims, was beschäftigt euch heute? Langeweile? Dann haben wir etwas für euch – holt schnell Pop-Corn! Wir möchten unseren derzeitigen Entwurf für unser (KNX-)Tasterkonzept vorstellen. Taster – das sind doch nur Knöpfe, Schalter und so, nicht? Braucht man für so-etwas einen Plan? Selbstverständlich – für welche Dinge im Leben benötigt man keinen Plan?! 🙂

Das smarte Haus will ja hin- und wieder auch mal bedient werden: Lampen, Leuchten, Rollläden, Jalousien, Raffstores und vieles mehr. Wir halten es für wichtig die Bedienung der notwendigsten Dinge (Licht, Beschattung, Musik, usw.) so einfach wie möglich zu halten. Die Anforderungen an die manuelle Bedienung sind daher knapp: Die Lösung muss daher aus unserer Sicht

  • a) einem Standard folgen,
  • b) für alle Zielgruppen intuitiv zugänglich sein und
  • c) erweiterbar sein.

Extreme

Grundsätzlich gibt es zahlreiche „Strömungen“ bzw. Vorstellungen wie ein Smart-Home manuell gesteuert werden soll. Nicht wenige neigen dabei zu Extremen – wir halten nicht viel davon und versucht daher einen „Mittelweg“ zu gehen. Dennoch sind folgende Herangehensweisen denkbar und in der Community nicht selten zu finden:

Viele Taster

Das ist etwas für Kontroll-Freaks. Für jede Lampe, jede Jalousie, jeden Verbraucher eine bestimmte Taste/Schalter, um alles individuell steuern zu können. „Schalterbatterien“ sind die logische Folge – in jedem größeren Raum sieht es an der Wand wie in einem Tonstudio oder in einer Silo-Steuerung aus:

Smart ist etwas Anderes… Entweder man braucht ein Handbuch, um das Licht einzuschalten oder man muss sich ganz tief nach unten/vorne bücken, um die Schrift/Symbole zu erkennen. Das ist nichts für die 80-zig jährige Oma, die zu Besuch kommt.

Ohne Taster

Gegenteiliger „Wahnsinn“: Es gibt keine Taster. Punkt. Keine. Echt jetzt. Alles wird automatisch (überwiegend Präsenzmelder- und Logik-gesteuert) abgehandelt. Notfalls nimmt man das Smartphone oder Tablet in die Hand, wenn mal doch etwas individuell (über-ge-)steuert werden soll. Szenen für sämtliche Lebenssituationen müssen ausgeklügelt und programmiert werden. Machbar – aber nicht für uns. Man(n) kann nur mit sehr großem Aufwand die Steuerung alltagstauglich komplett abbilden. Let’s keep it simple instead.

„Dumme Taster“

Etwas für die Sparfüchse: Man verwendet einfache und günstige Taster ohne eingebaute Intelligenz. Diese Taster werden über Binäreingänge angebunden. Damit lassen sich bestimmt Kosten reduzieren. Diese Lösung ist allerdings nur schwer erweiterbar: Durch die sternförmige Verkabelung fehlt meist die Busleitung bei den Tastern. Eine künftige Erweiterung an dieser Position ist daher häufig ausgeschlossen. (Bedien-)Geräte mit mehr eingebauter (KNX-)Funktionalität können an der Stelle dann nicht mehr verwendet werden.

Design-Taster

Für die Aristokraten unter uns: State-of-the-Art-Design-Schnicki-Schnacki-Super-Touch-&-Swipe-Taster. Diese Geräte haben das Maximum an Funktionen inne: Haben immer ein Display, mehrere Tastpunkte, häufig Touch-Oberfächen und sogar Sprachsteuerung! Der Einbau erfolgt oft auf Augenhöhe, damit man die dargestellte Funktion auf dem Display ohne Einschränkungen nutzen kann. Bekannte und sehr beliebte Vertreter sind z. B.: Enertex SynOhr oder Busch priOn. Nachteil: Hoher Preis, keine intuitive (Blind-)Bedienung (für Technik-averse oder ältere Menschen).

Unser Konzept

Hardware & Design

Nach aktuellem Stand setzen wir auf den Berker Gruppentaster in Mittenstellung. Der Taster hat alles was ein KNX-Taster braucht + einen internen Temperatursensor. Der Sensor kann den Heizaktor mit der Raumtemperatur versorgen und so eine Einzellraumregelung mit-realisieren. Die eingebauten LEDs können für einfache Rückmeldungen genutzt werden (z. B.: Blinken: Der Rolladen fährt hoch, Rot: Fehler, Grün: Alles OK). Der Taster passt in das zeitlose Design der Berker S.1-Linie.

Anordnung

Dabei erfolgt die Anordnung wie folgt: Allgemein ein vertikaler 3-er Rahmen auf einer 4-er Unterputzdosen-Reihe. Von oben nach unten:

  • Taster 1-fach in Mittenstellung (Wippe) mit zwei Tastpunkten (Licht)
  • Taster 2-fach in Mittenstellung (Wippe) mit jeweils zwei Tastpunkten (Beschattung + Musik)
  • Schuko-Steckdose mit erhöhtem Berührungsschutz („Kindersicherung“)
  • (freie Reserve – unsichtbar verputzt)

Die vierte (unterste) UP-Dose wird verputzt und bei Bedarf für eine Erweiterung freigelegt. Grundsätzlich werden ausnahmslos alle Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz ausgeführt (im Volksmund auch „Kindersicherung“ genannt) – der Aufpreis ist vernachlässigbar, der zusätzliche Nutzen/Sicherheit ist unbestreitbar. Die Reserve-Dose dient zur potentiellen zukünftigen Erweiterung: Mini-Lautsprecher, LED, Zweitsteckdose, usw.

Höhe

Einbau erfolgt standardmäßig auf 1,10m Höhe. In den Raum treten, blind auf den obersten Taster „hauen“: Licht! Das schafft ein Kind genauso wie die Senioren. Beschattung- und Musik-Taster erkennt man anhand einfacher Symbole.

Funktion

  • Licht: Umschalten auf beiden Tastpunkten (Kurz-Klick). Dimmen erfolgt über Lang-Klick.
  • Beschattung: Hoch- und Runterfahren über Lang-Klick, um versehentliches Auslösen zu vermeiden. Stoppen der Fahrt über Kurz-Klick.
  • Musik: An- und Aus über Lang-Klick, um versehentliches Auslösen zu vermeiden. Lautstärke-Regelung über Kurz-Klick (+5% oder -5%).
  • Steckdose: Klassisch – Stecker rein – fertig.
  • LEDs können für Rückmeldungen oder Hinweis-Funktionen genutzt werden.
  • Die Ausführung bzw. die Anordnung (der Tastpunkte) ist in jedem Raum einheitlich!
  • Sollten mehrere Lampen bzw. Rollläden in einem Raum vorhanden sein, werden i. d. R. alle gleichzeitig bedient! Für individuelle Steuerung muss die Visu/Smartphone genutzt werden.

Ausnahmen

Die Ausnahme bestätigt jede Regel: Die dargestellte Ausführung wird lediglich in Wohnräumen eingesetzt. Licht in Nicht-Wohnbereichen (Abstell-Raum, Technik-Raum, Flur, usw.) wird über Bewegungsmelder/Präsenzmelder gesteuert. Beschattung ist dort entweder nicht vorhanden (kein Fenster, kein Rollladen) oder wird automatisch ausgeführt. Musik-Steuerung: Im Technikraum? Vorerst nicht… 😉 Sonder-Taster („Nacht-Modus“-Taster, Tür-Öffner, Haus-Zentral-Aus, usw.) sind nach Bedarf abweichend vom Standard einzeln möglich! 😛

Kosten

Pro eingesetztem Raum fallen (grob) folgende Kosten an:

Jetzt seid ihr am Drücker! Was hast du den so an der Wand?

Comments (12)

  1. Benni Sonntag, 07UTCSun, 07 Feb 2016 00:34:11 +0000 7. Februar 2016 at 00:34 Antworten

    Toller Blog! Tolle Beiträge. Ich denke für die umgesetzte oder geplante Funktionalität ist das auch das richtige Schalterkonzept. Ich werde demnächst auch auf unserem Blog das geplante Schalterkonzept unseres Hauses darstellen. Da wir kein Multi-Room Audio haben, ist das doch wesentlich einfacher 😉
    Viele Grüße,
    Benni

    1. smarthomebau.de Sonntag, 07UTCSun, 07 Feb 2016 19:07:37 +0000 7. Februar 2016 at 19:07 Antworten

      Benni, schön dass ihr hergefunden habt! Wir freuen uns auf eure kommenden Beiträge – und werden natürlich die besten eurer Ideen rücksichtslos klauen! 😉 Schöne Grüße an Jörg und den Rest der Nachbarschaft!

      1. Benni Montag, 07UTCMon, 07 Mar 2016 21:04:33 +0000 7. März 2016 at 21:04 Antworten

        Ja, sind einfach super Beiträge und ich klaue natürlich jederzeit zurück 😉
        Die Grüße richte ich aus 😀 – Bisher gibt es in der Nachbarschaft allerdings nur Erde, die Bau-Saison geht aber bald los!
        Viele Grüße,
        Benni

  2. Ingo Dienstag, 01UTCTue, 01 Mar 2016 01:39:21 +0000 1. März 2016 at 01:39 Antworten

    Hallo.

    Danke für den tollen Beitrag. Habe viele neue Anregungen gekriegt.
    Ich habe nur eine Frage zum Berker gruppentaster. Woher habt ihr die Info mit dem integrierten Temperatursensor. Finde dazu nichts im Datenblatt oder der Online Beschreibung.

    Grüße,
    Ingo

    1. smarthomebau.de Dienstag, 01UTCTue, 01 Mar 2016 08:12:51 +0000 1. März 2016 at 08:12 Antworten

      Ingo,

      zugegebenermaßen ist die Werbung für den Temp-Sensor von Berker recht dezent… In der ETS-Applikationsbeschreibung ist auf Seite 45ff. die Temperaturmessfunktion beschrieben. Wir werden demnächst ein Exemplar bestellen, testen & natürlich darüber berichten!

  3. Mike Montag, 18UTCMon, 18 Apr 2016 13:09:24 +0000 18. April 2016 at 13:09 Antworten

    Hallo,

    vielen Dank für die super Beiträge – hab Euch soeben im Netz entdeckt und mich durch die Beiträge gewühlt, informativ und verständlich geschrieben … gerne weiter so ;-]

    Ich stehe auch kurz vor Realisierung unseres Bauvorhabens. Dort werden auch meine Schwiegerleute einziehen und ich bin in der Pflicht ein verständliches Bedien-Konzept zu realisieren.

    Ich wollte mir gerade die Komponenten auf der Berker Seite anschauen und vergleichen – die Busankoppler konnte ich finden (hier mit Bestellnummer)

    Busankoppler 1-fach: 80141180
    Busankoppler 2-fach: 80142180

    Allerdings nicht die hier abgebildeten Linsen bzw. passenden Abdeckungen mit der Symbol-Beschriftung. Entweder ich bin blind … könntest Du ggf. einen Link posten ?

    Grüße

    1. smarthomebau.de Dienstag, 19UTCTue, 19 Apr 2016 18:21:55 +0000 19. April 2016 at 18:21 Antworten

      Mike, das müssten diese hier sein:

      http://www.hager.de/knx-gebaeudesystemtechnik/knx-ets/bediensysteme/80960289/343674.htm (1-fach)
      http://www.hager.de/knx-gebaeudesystemtechnik/knx-ets/bediensysteme/80960389/343856.htm (2-fach)

      Symbolbeschriftung gibt es leider nicht direkt von Berker – da muss man entweder basteln oder darauf verzichten.

      Leider sind unsere Tastsensoren noch nicht geliefert worden – aber bald 🙂 Dann werden wir im Detail berichten!

      1. Mike Donnerstag, 21UTCThu, 21 Apr 2016 07:51:18 +0000 21. April 2016 at 07:51 Antworten

        ok, danke! Ich bin jetzt davon ausgegangen das die abgebildeten Tasterwippen eben direkt von Berker sind. Wenn man aber genau hinschaut kann man in der Steckdose den „Jung“ Schriftzug erkennen. Somit bin ich wieder bei den einfachen Tastern von MDT da sich diese beschriften lassen und bezahlbar sind. Oder habt Ihr noch einen anderen Tipp ?

        Grüße

        1. smarthomebau.de Donnerstag, 21UTCThu, 21 Apr 2016 11:04:34 +0000 21. April 2016 at 11:04 Antworten

          Jap! 🙂 Die Beispiel-Bilder sind mit dem Jung-Tool erstellt und dienen lediglich der Anschauung. Unsere Taster werden bis auf Weiteres zunächst unbeschriftet bleiben. Weitere Tipps können wir daher leider (noch) liefern. Bleib dennoch dran – vielleicht läuft uns ja noch künftig etwas über den Weg! 😉 Liebe Grüße!

  4. emil b Samstag, 03UTCSat, 03 Sep 2016 14:21:23 +0000 3. September 2016 at 14:21 Antworten

    Hey, ich bin seit Stunden von eurer Seite hier gefesselt. Bin selber derzeit mit einem Umbau beschäftigt.

    Zum Thema Beschriftung hätte ich einen Tipp…. Bei GIRA gibt es ein Beschriftungsservice.
    https://marking.gira.com/de/index.html

    Bezüglich integriertem Temperaturfühler müsste man dann komplett auf GIRA umsteigen und folgende Zusammenstellung beachten.

    Gira 200800 Busankoppler 3 + Tastsensor 3 Komfort
    oder
    Gira 200900 Busankoppler 3 externer Fühler + GIRA 149300 Fernfühler (Für die Fußbodenheizung) +
    Tastsensor 3 Plus

    1. smarthomebau.de Samstag, 03UTCSat, 03 Sep 2016 15:34:31 +0000 3. September 2016 at 15:34 Antworten

      Hey! Danke für den tollen Hinweis! Für uns leider schon zu spät, um umzusteigen – für andere aber sicher interessant. 🙂

  5. Taster-Konzept: Praktischer Versuchsaufbau (Hands-On) | smarthomebau.de Samstag, 01UTCSat, 01 Oct 2016 19:31:09 +0000 1. Oktober 2016 at 19:31 Antworten

    […] Freunde der Sonne: Wir haben ja bereits vor langer Zeit versprochen das Taster-Konzept im Versuchsaufbau zu testen. Nun sind wir endlich soweit – die Hardware […]

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