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KNX: ETS-Gruppenadressen – Die geordnete Struktur im Einfamilienhaus


You can go your own way
Go your own way
You can call it another lonely day
You can go your own way
Go your own way

Go Your Own Way, Fleetwood Mac

Liebe Freunde,

jedes ernsthaft betriebene KNX-Projekt benötigt eine geordnete Gruppenadressen-Struktur. Es sei denn ihr setzt die ETS Inside ein, dann sind Gruppenadressen für euch nicht wirklich ein Thema. Wir gehen den steinigen, dafür aber auch den flexibelsten Weg und setzen bei unserem Projekt in unserem Einfamilienhaus noch die „gute, alte“ ETS5 Professional ein.

Sobald die Geräte in der ETS5 eingepflegt sind, beginnt die eigentliche Parametrierung der Devices. Kommunikations-Objekte (sog. „KOs“) wollen mit Gruppenadressen (auch „GA“ genannt) verbunden werden, damit der Austausch (Input/Output) auf dem KNX-Bus überhaupt funktionieren kann.

Spätestens dann kommt bei jedem die Frage auf:

„Welche Gruppenadresse soll ich für was nehmen?“

Nun – DEN einzig wahren Patentweg gibt es an der Stelle leider nicht. Jedes Projekt ist in seinen Dimensionen und Ausgestaltung einfach zu individuell. Ein mehrstöckiges Hotel-Gebäude hat sicherlich einen anderen Gruppenadressen-Aufbau, als ein kleines Ferienhaus am See.

Eine Gute Lektüre u. a. auch zu diesem Thema ist der https://www.ets-schnellkurs.de/. Unsere Empfehlung richtet sich in groben Zügen nach den Autoren dieses Werks. Nebenbei gibt es noch die offiziellen Empfehlungen zu den KNX-Projekt-Design-Richtlinien der KNX-org. Die halten wir allerdings für weniger praktikabel…

Letztendlich ist Gestaltung der Adressen-Bereiche euch allen überlassen. Wichtigste Botschaft hierbei allerdings:

Adressen(-Bereiche) methodisch aufbauen und systematisch benennen!

Vorteile:

  • Einfachere Zuordnung der zusammengehörenden Adressen (Status-, Rückmelde-Adressen, etc.)
  • Intuitive Identifizierung der Adressen auf einen Blick
  • Flexibel erweiterbar (z.B.: ungedimmtes Licht -> gedimmtes Licht)
  • Übersichtlich (bei der Gestaltung der Visualisierung)!

Die Grundidee:

Unsere Grundidee für die Struktur der Haupt-Gruppe / Mittel-Gruppe / Unter-Gruppe, die für das typische Einfamilienhaus passen sollte:

Gewerk / Funktionsbereich / Funktion

Einige Beispiele:
Beispiel A.: Beleuchtung / Schalten / EG-Bad-Deckenlicht-Schalten Mögliche GA: 0 / 1 / 17
Beispiel B.: Umweltsensor / Temperatur / OG-Schlafzimmer-Taster 2f.-Temperatur (Ist) Mögliche GA: 7 / 3 / 5
Beispiel C.: Beschatten / Sonstiges / EG-Wohnzimmer-Rollladen-Referenzfahrt Mögliche GA: 3 / 7 / 22

Aufbau der Struktur in Excel:

  • Download: Hauptgruppen-Mittelgruppen-Gruppenadressen_ETS5.xlsx (24 kB)
  • Hinweis!

    Die Darstellung ist lediglich ein Beispiel EINER von vielen möglichen Ausgestaltungen. Bitte auf die eigenen Bedürfnisse (ggf. RGBW-Stripes, Wetterstationen, PV-Anlagen, etc.) anpassen!

    1. Ebene: Hauptgruppe

    Maximale Anzahl Hauptgruppen: 32 [0-31]

    2. Ebene: Mittelgruppe

    Maximale Anzahl Mittelgruppen pro Hauptgruppe: 8 [0-7]

    3. Ebene: Untergruppe (Gruppenadresse)

    Maximale Anzahl Gruppenadressen pro Mittelgruppe: 256 [0-255]

    Typische Vorgehensweise beim Anlegen der Gruppenadressen:

    1. Gruppenadressen in der ersten Mittelgruppe anlegen (- Neuanlage zur Kopie -)
    2. Gruppenadressen benennen (Eigenschaften)
    3. Gruppenadressen kopieren
    4. Gruppenadressen in der folgenden Mittelgruppe einfügen (- Kopie einfügen -)
    5. Gruppenadressen-Bezeichnungen anpassen
    6. …Vorgehen für weitere Mittelgruppen wiederholen…

    So hat man stets eine durchgehend konsistente Bezeichnung der Gruppenadressen!

    Die Bezeichnung der Untergruppe bildet sich stets gleich nach der selben Methode:

    Lokation – Raum – Objekt – Funktion (I/O)

    also z. B.:

    • [Keller – Abstellraum – Rauchwarnmelder – Testalarm]
    • [EG – Küche – Rollladen – Auf/Ab]
    • [Garage – Werkbank – Wandlicht – Status]

    Beim Sortieren/Suchen/Filtern hat man so stets eine natürliche, übersichtliche Ordnung.

    Aufbau der Struktur in Excel:

  • Download: Hauptgruppen-Mittelgruppen-Gruppenadressen_ETS5.xlsx (24 kB)
  • Tipps & Tricks:

    In der Regel vor allem für Geräte, die nicht über die ETS programmiert werden aber dennoch auf dem Bus kommunizieren (Visu, Logik-Server, DYI-Komponenten, 1-Wire-Einbindung, etc.).
    Damit kann eine physikalische Adresse zugewiesen werden. Außerdem werden beim Einsatz von Linienkopplern die Filtertabellen automatisch gepflegt.

    Dummy-Datenbank in der ETS importieren:

  • KNX ETS Dummy DB [60 KO] (63kB)
  • Die ETS bietet die (optionale) Möglichkeit Geräte einem Gewerk bzw. einem Gebäude-Teil (Raum) zuzuordnen. Bei mittel- bis großen Installationen steigert dies die Übersicht immens!

    Der GA-Wizard ist ein kostenloses Tool, dass die massenhafte Erstellung der Gruppenadressen nach wenigen Eingaben ermöglicht. Hierbei können die Ergebnisse auch im .CSV-Format exportiert werden. Anschließend können die Ergebnisse in der ETS importiert werden. Eher weniger geeignet für Anfänger – allerdings hervorragendes Werkzeug für Fortgeschrittene, um spezielle Anforderungen eines bestimmten Gewerks/Geräts abzudecken.
    *Beitragsbild: Vectors Market from www.flaticon.com is licensed by CC 3.0 BY

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