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Unsere smarte Kaffee-Maschine

One cup of coffee, then I’ll go
Though I just dropped by to let you know
That I’m leaving you tomorrow
I’ll cause you no more sorrow
One cup of coffee, then I’ll go

One cup of coffee, Bob Marley

Der seriöseste Einstieg in einen Beitrag ist immer ein Zitat – am besten noch zu einer vielsagenden Statistik. Das verleiht eurer Publikation – durch die (pseudo-)wissenschaftliche Aufmachung – eine gewisse formelle, erhabene, fast aristokraten-gleiche Würde:

“Deutschland liegt mit rund 6 Kilogramm Kaffee Pro-Kopf-Absatz (2019) im oberen Mittelfeld der Konsum-stärksten Länder weltweit. Nur ein paar ‘Wikinger’ und Benelux-Boys sind härter am Start!”

Statista, Pro-Kopf-Absatz von Kaffee in ausgewählten Ländern weltweit im Jahr 2019 (in Kilogramm) Statista, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/199898/umfrage/konsum-von-kaffee-in-europa/ (letzter Besuch 20. November 2020)

Wir kriegen das mit der Erhabenheit der Wissenschaft wohl nicht ganz so hin. Egal – wir haben uns kürzlich eine smarte Kaffee-Maschine besorgt und wollen dir davon berichten – los geht’s, Bro!

Was geht, Bruder? – Smarte Heissgetränkzubereitung für wenig Geld!

Das allgemeine Feld der smarten Kaffee-Vollautomaten führt derzeit wohl das Siemens-Bosch-Gaggenau-Neff-Etc.-Konsortium (BSH-Group). Wir haben uns deshalb für die Siemens EQ.500 integral TQ507DF3 extraKlasse entschieden. Inklusive Tassenwärmer und Kannenfunktion ist das für uns die einzig richtige Wahl.



Highlights des Geräts:

  • 1,7 Liter Wassertank
  • Eingebauter Wasserfilter
  • Einfache Bedienung über grafisches Display
  • Doppelbezug (zwei Tassen)
  • Kannenfunktion
  • Leicht zu reinigen (entnehmbare Brühgruppe)
  • App-Steuerung über Home-Connect
  • Hygienische Milchanbindung
  • Inkl. Milchschaum & Heisswasser
  • Schacht für Kaffee-Pulver
  • Automatische Reinigungsfunktionen
  • Beleuchteter Ausgabe-Bereich

Kaum einer weiß, dass die smarte Steuerung der BSH-Kaffee-Automaten zum Teil auch in der relativ günstigen EQ.500-Klasse verfügbar ist – also nicht weitersagen… 🤫

Die App-Steuerung des Geräts: “Home Connect” ist – in der Regel – sonst der teuren EQ.9plus-Klasse (z. B. Siemens EQ.9 Plus Connect TI9553X1RW), bzw. den unbezahlbaren, integrierten Einbau-Lösungen (z. B. Siemens CT636LES6) vorbehalten.

Wer weniger auf Milchmischgeträke steht, kann auch zur Siemens EQ.500 Classic TP507DX4 (ohne Kannenfunktion!) greifen. Andere Geräte der EQ.500– oder der EQ.3– oder gar EQ.6plus-Serie beherrschen die smarte Steuerung (nach aktuellem stand) nicht!

Muss los, Bruder! – Wie funktioniert das?

Nun, unser Siemens-Gerät besitzt ebenfalls eine “Home Connect”-Integration. Das ist die Haus-eigene Smart-Geräte-Lösung des Konsortiums, mit der man mit einer App über die Cloud des Anbieters alle Home-Connect-fähigen Geräte (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, etc.) ganzheitlich steuern kann. Eine RESTful-API ist auch im Angebot. Mit dem Home Connect Amazon Alexa Skill kann man seinen Kaffee per Sprach-Assistent zubereiten lassen! Whoop! Whoop!

Was kann da noch schief gehen?

Das Gerät kann (auch über die App-Steuerung) eine Reihe durchaus genießbarer – (teils exotischer) – Getränke (wie Ristretto, Wiener Melange, Flat White, Red Eye, etc.) individuell konfigurierbar (Stärke, Menge) zubereiten – nur die Tassen muss man manuell noch dem Automat bereitstellen.

Sofern man die API beherrscht, kann man zweifellos über die Einbindung der Maschine in tägliche (Morgen-)Routinen nachdenken. FHEM, OpenHAB und Home-Assistant haben zum Teil mehr oder weniger brauchbare Bindings/Module für Home-Connect im Angebot. Die EDOMI-Community ist leider über einen Prototypen-Baustein (für Geschirrspüler) leider noch nicht hinausgekommen. Die Nachfrage ist scheinbar noch überschaubar…

Auch Du, Bru-tus-der?! – Unzulänglichkeiten des Produkts

Nun zu den Schattenseiten, die euch sonst niemand verrät und die einen ärgern könnten:

Keine Playlist-Funktion für EQ.500: Eine (nützliche) Getränke-Liste, die man für die individuelle Auswahl seiner Gäste in der App erstellen und an das Gerät zur Abarbeitung senden kann, gibt es (aktuell noch) nicht.

Alexa Skill kaputt: Man kann zwar über Alexa seinen Kaffee anfordern, die Zubereitung bricht allerdings mit einem Fehler nach wenigen Sekunden ab… WTF?!

Integration nur über die Cloud: Nicht jeder mag die Cloud – warum keine zuverlässige, lokale API?

(Stand: Nov. 2020)

Das war’s für heute Folks! Nun gönne ich mir ein Bier, ähhh – ich meine: Coffee…

Comments (6)

  1. Uli Freitag, 20UTCFri, 20 Nov 2020 16:12:56 +0000 20. November 2020 at 16:12 Antworten

    Wenn jetzt noch der Sinn des ganzen klar werden würde…

    Szenario #1: Tasse steht schon drunter, ich sage Alexa im Obergeschoss dass ich gerne einen Kaffee hätte und bis ich unten bin ist folgendes passiert:
    – Die Maschine hat sich nach dem Einschalten gespült und leckeres “Wasser” in meine Tasse gegeben
    – Der Kaffee wurde oben drauf “produziert”
    –> Kaffee schmeckt eklig

    Szenario #2: Ich stehe vor der Maschine und bin zu faul meine Hand zu heben um den Knopf zu drücken. Also “Alexa, Kaffee bitte”. Vergesse dabei aber dass eine Tasse darunter muss und darf daher den Kaffee aus der Tropfschale schlürfen
    –> Kaffee schmeckt eklig.

    Der einzige Mehrwert den ich sehe wäre entferntes Einschalten (Maschine ist ready bis ich davor stehe) oder die Meldung dass ich wieder Kaffee kaufen gehen sollte. Aber sonst??? Welche Szenarien habt ihr da gesehen?

    1. smarthomebau.de Freitag, 20UTCFri, 20 Nov 2020 18:55:25 +0000 20. November 2020 at 18:55 Antworten

      Uli, du hast es erfasst. Man kann Sarkasmus in reiner Textform manchmal nur schlecht unter die Leute bringen.

      Ich habe derzeit ein 10-Schritte-Szenario im Kopf:

      1. Ich stelle einen Wecker für meine Frau für 06:00.
      2. Frau steht um 06:00 auf.
      3. Frau schaltet die Kaffee-Maschine ein.
      3. Frau schaltet den Tassenwärmer ein.
      4. Ich stehe um 09:00 auf.
      5. Frau prüft, ob die Tasse aufgewärmt ist.
      6. Frau stellt Tasse unter den Auslauf.
      7. Ich frage Alexa nach dem Kaffee.
      8. Ich fluche, weil der Alexa-Skill immer noch kaputt ist und die Zubereitung abgebrochen ist.
      9. Ich packe meine Home-Connecting-App aus – starte die Espresso-Zubereitung.
      10. Ich genieße meinen Kaffee.

      So kann es funktionieren.

      Warum eine ordentliche Tassen-Zufuhr noch nicht erfunden wurde, weiss ich nicht.

      1. Uli Freitag, 20UTCFri, 20 Nov 2020 22:15:24 +0000 20. November 2020 at 22:15 Antworten

        Alright. Dann bleibe ich wohl bei meiner Siebträger welche via KNX-Steckdose “intelligent” eingeschalten wird 😉

  2. Stefan Montag, 23UTCMon, 23 Nov 2020 08:48:12 +0000 23. November 2020 at 08:48 Antworten

    Wir haben uns für einen Philips ohne App aber mit LatteGo entschieden.

    Denn wie kommt die Milch in den Kaffee? Vermutlich aus dem Tank über einen Schlauch durch die Maschine in die Tasse. Und wir reinigt man den Schlauch vernünftig? Wahrscheinlich gar nicht. und mal eben 5 Tropfen Wasser durchschieben ist auch nicht das wahre. Mir wäre das nichts, weshalb nur LatteGo in Frage kam, da dort das gesamte Milchsystem außen sitzt und in die Spülmaschine kann.

    Die nur als Denkansatz 🙂

    1. smarthomebau.de Montag, 23UTCMon, 23 Nov 2020 09:40:44 +0000 23. November 2020 at 09:40 Antworten

      Danke für dein Feedback, Stefan! Ich höre oft, dass die Philips-Geräte oft relativ laut sind… Das “LatteGo”-System hat natürlich gewisse Vorzüge. Bei uns wird die Milchzufuhr (Schlauch + Auslauf) am Ende des Tages manuell durchgespült. Das ist in etwa zwei Minuten erledigt. Wer noch gründlicher reinigen möchte und Angst vor Milch(-Fett) hat, kann/muss auf zusätzliche (chemische) Reinigungsmittel und spezielle Schlauchbürsten zurückgreifen.

      1. Stefan Montag, 23UTCMon, 23 Nov 2020 13:44:42 +0000 23. November 2020 at 13:44 Antworten

        Wir hatten vorher einen Automaten mit Milchaufschäumerlanze. Wenn ich da Milch manuell aufgeschäumt habe war es auch laut. Daher höre ich da keinen Unterschied im Vergleich zum LatteGo.

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